Kompetenzzentrum Pflege Oberhausen
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News

Verkauf gegen Leibrente: Vorsicht!

In den eigenen vier Wänden wohnen bleiben - und dabei am besten noch monatliche Einkünfte aus der Immobilie erzielen - das ist der Wunsch vieler älterer Menschen. Um sich diesen erfüllen zu können, locken Angebote, die das Versilbern des Familienheims gegen eine Leibrente bewerben. Das Konzept klingt auf den ersten Blick verlockend, vor allem für Alleinstehende oder Paare, die nicht an Angehörige zu denken haben: Das Haus verkaufen und mit einer monatlichen Rente unentgeltlich bis ans Lebensende in dem Haus wohnen. Das kann eine Lösung sein. Doch es ist Vorsicht geboten. Der Schritt will gut überlegt und gut umgesetzt sein.

Die Rechnung geht oft nicht auf

Schaut man genauer hin, lauern Fallstricke. "Geschätzter Kaufpreis geteilt durch statistische Lebenserwartung - so einfach ist die Rechnung nicht", erläutert Notar Michael Uerlings, Pressesprecher der Rheinischen Notarkammer: "Die Leibrente, welche die Verkäufer erhalten, fällt oft nicht so hoch aus wie erhofft." Das gilt erst recht, wenn Reparaturen oder altersbedingte Umbauten anstehen. Auch auf dem Objekt lastende Schulden reduzieren den Betrag, der monatlich bei den Verkäufern ankommt.

"Das wesentliche Problem eines Verkaufs gegen Leibrente liegt in dem Verlust an Flexibilität, während die Last mit dem Objekt bleibt", weiß Notar Uerlings. Die Verkäufer sind keine Eigentümer mehr. Sie können daher nicht mehr frei entscheiden, was mit dem Haus geschieht. Auch an den Wertsteigerungen der Immobilie nehmen die Verkäufer nicht mehr teil - diese verwirklichen sich beim Käufer. Wenn die Verkäufer ins Pflegeheim ziehen, ist das Wohnungsrecht für sie oft nutzlos, für einen allein das Haus möglicherweise zu groß. Ein Verkauf des Hauses, um ohne Geldsorgen in die neue Wohnsituation zu starten, ist dann nicht mehr möglich - das Haus ist bereits verkauft.

Und was passiert, wenn der Käufer insolvent wird und die Leibrente nicht zahlt? Die Leibrente kann zwar durch eine Eintragung im Grundbuch gesichert werden. Auch dann kommen die Verkäufer aber erst an ihr Geld, wenn das Haus versteigert wird und der neue Käufer sie auszahlt. Keine verlockende Vorstellung, erst recht nicht im fortgeschrittenen Alter.

Wenn ein Haus gegen Leibrente verkauft werden soll, muss der Vertrag genau durchdacht sein. "Neben den rechtlichen Fragen sollte ein Verkauf gegen Leibrente auch wirtschaftlich gut durchgerechnet und sollten seine steuerlichen Folgen geprüft sein", betont Notar Uerlings: "Der Käufer muss auf Dauer wirtschaftlich verlässlich sein!"

Alternativen prüfen

Ist nicht doch ein normaler Verkauf und der Umzug in eine kleinere Wohnung passender? Hier erhalten die Verkäufer ohne komplizierte Berechnung und Statistik den Kaufpreis "auf die Hand" und können über seine Verwendung frei entscheiden. In jedem Fall gilt: Setzen Sie sich rechtzeitig mit den möglichen Modellen und Anbietern auseinander. Für die wirtschaftlichen und steuerlichen Fragen empfiehlt sich der Gang zum Steuer- oder Anlageberater. Zur rechtlichen Gestaltung berät Sie der Notar. Er sorgt dafür, dass Ihre Entscheidung möglichst rechtssicher umgesetzt wird.

24.09.2020 DGA | Quelle: Rheinische Notarkammer (news aktuell)

Neue Website der Verbraucherzentralen: Genussvoll älter werden

Auch in hohem Alter noch körperlich und geistig fit sein – wer möchte das nicht? Genussvoll zu essen ist dabei eine wichtige Zutat. Entscheidend ist – trotz reduziertem Energiebedarf – mit allen Nährstoffen ausreichend versorgt zu sein. „Die richtige Auswahl am Supermarktregal, kluger Umgang mit Werbeversprechen und Wissen rund um Lebensmittel tragen maßgeblich dazu bei“, sagt Angela Clausen, Ernährungs-Fachfrau der Verbraucherzentrale NRW.

Wie sinnvoll sind laktose- oder glutenfreie Lebensmittel? Bringen Nahrungsergänzungsmittel den gesundheitlichen Kick? Sind proteinangereicherte Produkte hilfreich? Die Verbraucherzentralen haben im Internet unter www.verbraucherzentrale.de/genussvoll-aelter-werden jetzt zu über 40 Themen Wissenswertes rund ums Essen und Trinken im Alter zusammengestellt.

Wer sich durch die Seiten klickt, kann Lebensmittel unter die Lupe nehmen und durch eine kleine Warenkunde navigieren. Vom idealen Durstlöscher über die Bedeutung von Fett in der Seniorenernährung bis hin zu Kennzeichnungsvorschriften bei Lebensmitteln, werden wichtige Fakten an die Hand gegeben. So ist zu erfahren, dass auch ältere Menschen von den Inhaltsstoffen der Milch und insbesondere Joghurt profitieren. Die beschriebene Vielfalt an Getreideprodukten gibt Anregungen für einen abwechslungsreichen Speiseplan und es werden die Tricks der Anbieter entlarvt, mit denen diese versuchen, beim Einkaufen zu beeinflussen. Zudem werden Missverständnisse zu Mindesthaltbarkeits- und Verbrauchsdatum aufgeklärt. Aber auch Auswahlkriterien für den Menüdienst werden aufgezeigt. Außerdem finden sich auf den Webseiten wichtige Adressen für weitere Anlaufstellen und Institutionen. Tipps für die gute Küche und Links zu Rezeptsammlungen runden den Wegweiser zum genussvollen Älterwerden ab.

Und wenn es ohne Unterstützung nicht mehr geht, gibt es Auskunft zu möglichen Hilfen im Haushalt.

Das Informationsangebot im Internet wurde im Rahmen eines Projekts der Verbraucherzentralen erstellt und mit Mitteln des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft finanziert.

www.verbraucherzentrale.de/genussvoll-aelter-werden Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung wiedergibt.

Zum Welt-Alzheimer-Tag am 21. September

Die Alzheimer-Krankheit ist mit 1,2 Millionen Patienten alleine in Deutschland eine Volkskrankheit. Durch umfangreiche Aufklärungsarbeit, Kinofilme und Outings von Prominenten ist die häufigste Demenzform längst in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Dennoch werden viele Symptome immer noch von Betroffenen und deren Angehörigen als „Altersvergesslichkeit“ eingestuft. „Ich ernte immer wieder verwunderte Gesichter, wenn ich darauf im Sprechzimmer antworte, dass Alter per se keine Krankheit ist“, sagt Dr. Michael Lorrain, seit über 30 Jahren niedergelassener Nervenarzt mit Praxis in Düsseldorf und Vorstandsvorsitzender der Alzheimer Forschung Initiative e.V. (AFI).

Die AFI fördert Grundlagenforschung, um die Puzzleteile zu finden, die zum Gesamtverständnis der Alzheimer-Krankheit noch fehlen. Darüber hinaus klärt sie mit kostenlosem Informationsmaterial über die Erkrankung auf.

Vor dem Welt-Alzheimer-Tag am 21. September spricht sich Dr. Lorrain für regelmäßige Gedächtnis-Check-Ups aus. „Es werden ab 70 alle möglichen Vorsorgeuntersuchungen zum Beispiel zur Erkennung von Herz-Kreislauf-Problemen gemacht. Warum soll das Gehirn da außen vor bleiben? Eine kleine, wenige Minuten dauernde Testung kann bereits einen Hinweis darauf geben, dass eine ausführlichere Diagnostik sinnvoll ist“, sagt Dr. Lorrain. „Es ist bemerkenswert, dass Krankheiten wie Krebs, die viel mehr Menschen töten, bezüglich der Diagnostik viel selbstverständlicher hingenommen werden als die Prüfung des Gedächtnisses. Es heißt also: Aufmerksam bleiben und bei Unsicherheit und Verdacht auf Gedächtnisprobleme zum Arzt gehen – am besten zum Nervenarzt“, so Dr. Lorrain weiter.

Noch ist die Diagnose der Alzheimer-Erkrankung aufwändig. Neben einem Arztgespräch, einer körperlichen Untersuchung und Gedächtnistests können eine Nervenwasseruntersuchung und bildgebende Verfahren zum Einsatz kommen. Eine Untersuchung von Blut und Urin wird bislang zum Ausschluss anderer Erkrankungen eingesetzt. Das könnte sich bald ändern. „Im Bereich der Diagnoseforschung geht es hauptsächlich darum, Biomarker, also körperliche Merkmale, zu finden, anhand derer man die Krankheit nachweisen kann. Zurzeit forschen zum Beispiel viele Wissenschaftler daran, Alzheimer im Blut nachzuweisen. Ich denke, in etwa zwei bis drei Jahren werden wir einen Bluttest haben, die Entwicklungen hierzu sind schon recht weit“, sagt Prof. Dr. Thomas Arendt, Leiter des Paul-Flechsig-Institut für Hirnforschung an der Universität Leipzig und Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirats der AFI. Nicht nur für die Patienten wäre das ein großer Vorteil. „Wir Ärzte wünschen uns natürlich immer einen einfachen Nachweistest“, sagt Dr. Lorrain. Trotzdem müsse auch mit Fortschreiten der Erkrankung erneut überprüft werden. „Im Verlauf der Alzheimer-Erkrankung kann es zu Veränderungen durch begleitende Erkrankungen wie Durchblutungsstörungen kommen. Das muss dann in die Therapie einfließen.“

Neue therapeutische Möglichkeiten könnte der Wirkstoff Aducanumab bieten. Der Antikörper gegen die für Alzheimer typischen Eiweißablagerungen aus Beta-Amyloid wurde in den USA zur Zulassung eingereicht und könnte damit als erstes neues Alzheimer-Medikament seit 2002 auf den Markt kommen. Eine Entscheidung der FDA (U.S. Food and Drug Administration) fällt spätestens im März 2021. Der Hersteller Biogen befindet sich auch in Gesprächen mit der Europäischen Arzneimittel-Agentur EMA über eine Zulassung des Medikaments in Europa. Heilen kann Aducanumab die Alzheimer-Krankheit nicht, eine leichte Verzögerung des kognitiven Abbaus scheint dagegen möglich. „Eine große Herausforderung für die Forschung sind der klinisch stumme Beginn und der langsame Erkrankungsverlauf. Es vergehen wahrscheinlich Jahrzehnte, bevor erste Anzeichen der Neurodegeneration sichtbar werden. Bis dahin ist aber im Gehirn schon ganz viel passiert, was wir nicht mehr umkehren können“, sagt Prof. Arendt. „Bis wir die Krankheit heilen können, wird es deshalb leider noch einige Zeit dauern. Bis dahin arbeiten wir daran, den Ausbruch der Erkrankung hinauszuzögern sowie in verschiedenen Erkrankungsphasen eine weitere Verlangsamung des Krankheitsverlaufs und eine Linderung der Symptome erreichen zu können“, so Prof. Arendt weiter.

„Eine Verbesserung wäre auch eine intensivere ambulante gerontopsychiatrische Versorgung vor allem in Heimen“, sagt Dr. Lorrain. „Damit könnten viele belastende und gefährliche Komplikationen wie ein Delir im Ansatz verhindert werden. In den Niederlanden sind gerontopsychiatrische Praxen direkt Pflegeheimen angegliedert, so dass solche Komplikationen oft früh erkannt und behandelt werden können. Für Deutschland wünsche ich mir mehr Schulungen von Ärzten, Altenpflegern, Krankenschwestern und Stationspersonal.“ Bildunterschrift: Prof. Thomas Arendt (l.) und Dr. Michael Lorrain

Autofahren und Demenz im Film erklärt

Selbstständiges Autofahren bedeutet für viele Menschen Unabhängigkeit und die Chance, an vielerlei Aktivitäten teilhaben zu können. Eine Demenzerkrankung beeinträchtigt die Fahrtüchtigkeit zunehmend. Doch die Betroffenen wollen auf diese Form der Mobilität oft nicht verzichten. Ein neuer Film der Initiative Demenz Partner zeigt den Angehörigen der Erkrankten verschiedene Lösungswege auf, wie sie mit Konflikten zu diesem Thema umgehen können.

Mit einer beginnenden Demenz können manche Betroffene noch sicher Auto fahren. Doch wenn die Erkrankung fortschreitet, nimmt die Fahrfähigkeit ab und die Betroffenen können sich und andere gefährden. Angehörige stehen häufig vor der Herausforderung, die oder den Erkrankten davon überzeugen zu müssen, auf das Autofahren zu verzichten. Diese Situation ist meist konfliktbeladen. Um Angehörigen erste Lösungsansätze aufzuzeigen, hat die Deutsche Alzheimer Gesellschaft (DAlzG) im Rahmen der Initiative Demenz Partner den Kurzfilm „Autofahren und Demenz“ produziert. Im Film kommen zwei Angehörige von Menschen mit Demenz zu Wort, die über ihre eigenen Erfahrungen berichten. Mit ergänzenden Animationen wird das Thema leicht verständlich vermittelt.

Der Film „Autofahren und Demenz“ steht auf der Homepage der Initiative Demenz Partner, www.demenz-partner.de, sowie im YouTube-Kanal der DAlzG, www.youtube.com/c/DeutscheAlzheimerGesellschaftev, allen Interessierten kostenfrei zur Verfügung.



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